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VORTRÄGE

JHV 2014 mit Vortrag: Königstein in den 60er-J.




Zeitstücke zum Blücher Hauptquartier 2013




Vortrag über Franz von Hoven

Wir danken unserer Stadtarchivarin Beate Großmann-Hofmann für den interessanten Vortag am 17.06.2015 in der Stadtbibliothek über den Architekten Franz von Hoven, der einige Baudenkmäler entwarf u.a. im Jahre 1891 für den Bankier Albert Andreae-de- Neufville die Villa Andreae.
Bild Martin Keutner: von-hoven-vortrag.jpg




Königstein die Perle des Taunus

Vortrag mit R. Krönke am 05.11.2015 im Kath. Gemeindezentrum
Königstein, die Perle des Taunus
Vortrag "Königstein, die Perle des Taunus"

Die Taunuszeitung schreibt:
2019 soll unweit des Goethe-Hauses in Frankfurt das Deutsche Romantik-Museum eröffnet werden. Was das mit Königstein zu tun hat? „Wir sollten hier hellwach sein“, findet Rudolf Krönke. In einem Vortrag im katholischen Gemeindezentrum beschrieb er auf Einladung der Kolpingfamilie und des Vereins für Heimatkunde, dessen Vorsitzender er ist, wie interessiert die Frankfurter und viele andere Menschen um 1800 herum am Taunus waren.

„Die Romantik hatte die Menschen erfasst“, und das war auch auf Gemälden dieser Zeit zu erkennen – auf vielen thront die Burg idyllisch über der Stadt, von den Zerstörungen des Koalitionskrieges wenige Jahre zuvor ist nichts zu sehen. Wenn nun die Romantik wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücke, könne sich der Taunus als Landschaft „hervorragend verkaufen“.

Gespickt mit historischen Fakten und persönlichen Anekdoten, zeichnete Krönke vor rund 70 Besuchern bildreich die Entwicklung der Stadt im 19. Jahrhundert nach. Er erzählte von Generalfeldmarschall Blücher, der 1813 Quartier in der Hauptstraße 21 bezog, wo er mit dem russischen Kommandeur Alexandre Langeron Kriegsrat hielt. Sie berieten, wie sie den Rhein überqueren könnten, was sie in der Neujahrsnacht 1814 bei Kaub auch taten – mittels einer Ponton-Brücke: „Eine hochdramatische Aktion, einer meiner Vorfahren war dabei“, so Krönke.

Königstein blühte in den folgenden Jahrzehnten auf: Das Hotel Pfaff, das aus dem Umbau eines Teils des ehemaligen Kapuzinerklosters entstanden ist, bot bis zu 80 Menschen Platz. „Die Touristen suchten den Komfort, die alten Gasthäuser genügten den Ansprüchen nicht mehr.“ Postkarten, Briefpapier oder Stadtführer fanden großen Absatz – und sind heute historisch wertvolle Zeugen der Geschichte Königsteins. Sie zeigen Krönke zufolge, „wie toll die Burg aussehen könnte, wenn sie freigeschnitten wäre. So einen imposanten Anblick finden Sie in Deutschland nicht noch einmal.“ Seine Meinung wurde von einem großen Zwischenapplaus bestätigt.

Nicht hoch genug anzurechnen sei, was Medizinalrat Georg Pingler für den Ort getan hat. Mit seinem Anstoß zum Kurwesen habe er Königstein eine Identität gegeben. Einen Kurpark brauchte es dafür nicht: „Die Kaltwassereinrichtung und die Landschaft als solche hat mehr gebracht“, ist sich Krönke sicher. Zudem publizierte Pingler viel. Mit einer Formulierung habe er voll ins Schwarze getroffen: „Königstein (…) bildet mit dem nahegelegenen Cronberg und Cronthal die Perle des Taunus.“ Es sei von „bewaldeten Höhen schützend umgeben“ und „von herrlichen Wiesenflächen und Feldern mit üppiger Vegetation umkreist“.

Mit Herzog Adolph von Nassau und Gattin Adelheid Marie, die ihre Sommerresidenz im ehemaligen kurmainzischen Amtshaus (Luxemburger Schloss) bezogen, setzte sich der Aufschwung fort. „Die königliche Familie sorgte für Arbeitsplätze und war wohltätig. Und: Marie Adelheid hatte Sinn für Schönes.“ Davon erhielt sich später wenig: Bei der Restaurierung des Schlosses sei es „gnadenlos entkernt“ worden, von den handgemalten Fenstern beispielsweise sei nur ein einziges erhalten geblieben. Auch die Frankfurter Straße habe damals schick ausgesehen: „Sie war damals das Entree für die Stadt.“ Umso erboster waren manche Bürger über das Jauchefahren während der Saison.

In Leserbriefen an die Taunus Zeitung forderten sie mehr Reinlichkeit, nicht zuletzt aus Rücksicht den Touristen gegenüber: „Hier dürfte uns Soden als Muster dienen, worin die Straßen stets wie geleckt sind.“

Er würde gerne einmal wissen, was diese Menschen zum heutigen Erscheinungsbild der Frankfurter Straße sagen würden, sagte Krönke lächelnd.




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